Vortrieb
Der Tunnel Bypass wird mit einer Tunnelbohrmaschine (TBM) ausgebrochen. Die Montage erfolgt in einer Baugrube am Nordportal bei Ibach. Zuerst wird in Richtung Süden die rechte Röhre (Fahrbahn Süd) ausgebrochen. Nach dem Ausbruch wird die TBM nach Ibach zurückgebracht, um anschliessend die linke Röhre (Fahrbahn Nord) auszubrechen. Die Überwerfung, welche die Stadtautobahn Richtung Süden mit den Tunnel Bypass verbindet, wird konventionell mit Sprengungen und Baggern realisiert. Der Ausbruch des Überwerfungtunnels erfolgt von Süden her. Der Bau des Rathausentunnels ist im Tagbau vorgesehen.

Logistik
Insgesamt fallen etwa rund 4‘791‘000 Tonnen Ausbruch- und Aushubmaterial an. Auf den Tunnel Bypass entfallen 3’681’000 Tonnen, auf den Tunnel Rathausen 523‘000 Tonnen und auf die offene Strecke zwischen Buchrain und der Verzweigung Rotsee 587’000 Tonnen. Aufgrund der Geologie (Süsswassermolasse) lässt sich das Material nicht zur Herstellung von Beton oder Asphalt verwenden. Auch eine Nutzung für die Ziegelei-, Backstein- oder Zementindustrie ist nicht möglich.
Gemäss aktuellem Stand lassen sich voraussichtlich 681‘000 Tonnen Material gleich vor Ort zum Auf- und Hinterfüllen von Bauwerken einsetzen. Von den restlichen 4‘109‘000 Tonnen werden rund 80 Prozent zur Auffüllung von Kiesgruben verwendet, 20 Prozent werden in Deponien gelagert. Lastwagen transportieren das Material von der Baustelle nach Rothenburg. Dort wird das Material mit einer nur zu diesem Zweck eingerichteten Umladestation auf die Bahn verladen. Die Züge fahren anschliessend zu den Kiesgruben zur Wiederauffüllung.
Installationsplätze
Für die Realisierung des Gesamtsystems Bypass Luzern sind neun grössere Installationsplätze notwendig:
- Reussbrücke
- Rathausen
- Reusseggbrücke
- Emmen-Süd
- Ibach (Hauptinstallationsplatz, auf drei Standorte verteilt)
- St. Karli
- Lüftungszentrale Gütschwald
- Grosshof

Lüftung
Im Tunnel Rathausen und im Portalbereich des Tunnels Bypass sind Strahlenventilatoren vorgesehen. Bei Bränden erfolgt die Lüftung im Tunnel Bypass über Abluftklappen in der Zwischendecke. In diesem Fall werden die Rauchgase abgesogen und gelangen in der Lüftungszentrale Gütschwald ins Freie. (Quelle: Systemair)
Beleuchtung und Überwachung
Im Tunnel Rathausen und im Tunnel Bypass wird die gesamte Beleuchtung mit LED-Technologie realisiert. Jede vierte Leuchte ist am Notnetz angeschlossen und kann auch bei Ausfällen der Beleuchtung betrieben werden. Die Tunnels sind mit Rauchmelder ausgerüstet und werden per Video überwacht.
Betriebs- und Sicherheitsausrüstung
In allen Tunnels – Rathausen, Bypass, Reussport, Sonnenberg – werden die Betriebs- und Sicherheitsausrüstungen entweder erneuert oder vollständig neu realisiert. So sind unter anderem Technikzentralen, Transformatoren, Brandmeldeanlagen, Kommunikationssysteme, Leitsysteme, Funk- und Einsprechanlagen, Verkehrssignale; Ventilatoren, Überwachungskameras sowie Notruftelefone einzurichten.
Unter anderem werden installiert:
Notausgänge
47
SOS-Nischen
97
Technikzentralen
14
Transformatoren
41
Leuchten
1858
Ventilatoren
108
Verkehrssignale
236
Wechseltextanzeigen
125
Rauchmelder
178
Überwachungskameras
194
Notrufsäulen
143
Verlegte Kabel
327.8 km











