Jedes Bauprojekt bedeutet einen Eingriff in die Umwelt. Diese Eingriffe erfolgen so schonend wie möglich und werden wenn immer möglich durch Aufwertungen und Massnahmen für die Natur kompensiert. Grünflächen entlang der Autobahn zum Beispiel werden entsprechend ihrem ökologischen Potenzial gestaltet. Damit Tiere von einem Lebensraum in den andern gelangen können, sind diese mit Hecken oder Wasserläufen vernetzt.
Vielfältige Bepflanzungen mit einheimischen Arten erhöhen die Biodiversität. Hecken und Feldgehölze bestehen möglichst aus dornenreichen Vogelnährgehölzen. Baumreihen werten das Landschaftsbild zusätzlich auf. Markante Einzelbäume und Baumgruppen werden erhalten oder neu angelegt. Spezielle Saatgut-Mischungen setzen bei Portalen und Autobahnkreuzen Akzente.
Beispiele für Umweltmassnahmen sind die Portalräume des Rathausentunnels, der Milchhofkanal, das Nordportal Ibach, die Grosshofbrücke, die Lüftungszentrale Gütschwald, Aufforstungen oder eine Wildtierunterführung.
Portalräume Rathausentunnel
Die Portalräume beim Tunnel Rathausen und die Böschungen entlang der A14 nehmen die flach ansteigende Moränenlandschaft auf und werden ohne Stützmauern realisiert. Die Räume bleiben grün.

Die beiden Portale beim Tunnel Rathausen bleiben grün und kommen ohne Stützmauern aus. Oben die Portale West, unten die Portale Ost. (Bilder: E. Imhof)
Milchhofkanal
Der Milchhofkanal im Bereich des Rathausentunnels wird ausgedolt und in einen Wiesenbach umgewandelt. Im angrenzenden Sädelwald ist vorgesehen, den bestehende Entwässerungsgraben zurückzubauen und das Wasser durch Geländemodellierungen, Bäume und Gehölze aufzustauen. Dadurch entstehen ein Nassbiotop und ein Weiher.
Nordportal Ibach
Durch die Nordportale des Tunnels Bypass (Ein- und Ausfahrt) wird in Ibach mehr Verkehrsfläche benötigt. Die ursprüngliche südseitige Doppelstützwand aus dem generellen Projekt wurde in der weiteren Projektierung auf eine untere Mauer reduziert. Dadurch wirkt der einsehbare Bereich für Emmen Süd zurückhaltender. Entlang der A14 wurde darauf geachtet, dass möglichst wenig Stützmauern, sondern natürliche, grüne Böschungen erstellt werden. Das künftige Landschaftsbild in Ibach steht im starken Kontrast zum heutigen Bild mit den Gewerbenutzungen.
Grosshofbrücke
Auf der Grosshofbrücke entsteht eine Grünfläche mit unterschiedlichen Wildblumenwiesen, naturnahen Staudenflächen, Futter- und Nisthügeln sowie Stein- und Asthaufen. Regenwasser versickert in oberflächlichen Sickermulden, wodurch feuchte bis nasse Lebensräume entstehen. Die Wiesenflächen werden durch einheimische und artenreiche Baum-, Strauch und Wildheckenpflanzungen ergänzt.

Bepflanzungen vorgesehen. (Quelle: Planerteam Grosshof, ACS Partner)

und Kleinbäume geprägt. Es entsteht eine ökologisch offene und extensive Landschaft.
(Quelle: Planerteam Grosshof, ACS Partner)
Lüftungszentrale Gütschwald
Die neue Lüftungszentrale Gütschwald wird durch einen arten- und strukturreichen sowie stufigen Waldrand (Waldsaum) in die Umgebung eingebunden. Das Dach der Lüftungszentrale wird als Magerwiese begrünt. In der näheren Umgebung werden neben einem bestehenden Weiher und Tümpel drei neue Tümpel geschaffen. Es entstehen Feucht- und Nass-Lebensräume, die für amphibische Tiere neuen, wertvollen Lebensraum bieten
Wald wird zusätzlich aufgeforstet
Insgesamt müssen wegen des Gesamtsystems Bypass Luzern 31’895 m2 Wald definitiv gerodet werden. Die Rodungen betreffen die Trasseeverbreiterung zwischen Buchrain und Emmen Süd, die Technikzentrale Gütschwald und den Anschluss Luzern Kriens. Als Ersatz werden aber 33’995 m2 Wald aufgeforstet. Nach Beendung der Bauarbeiten wird es demnach 2’100 m2 zusätzlichen Wald geben. Aufgeforstet wird in den Gebieten Eggspüri (Gemeinde Schwarzenberg, LU), Dieternei (Gemeinde Werthenstein, LU) und Tanzenberg (Gemeinde Weggis, LU).
Wildtierunterführung
Östlich des Rathausentunnels entsteht eine aufgewertete Wildtierunterführung. Sie schafft für Kleintiere wie zum Beispiel Dachse, Biber und Füchse eine sichere Verbindung zwischen der Reuss und dem Wildreservat Riedholz. Durch den zwei Meter breiten Durchgang fliesst auch ein kleiner Bach. Fest verankerte Totholzstämme – wegen des Hochwassers – erleichtern Kleintieren die Durchquerung.

Reinigung des Strassenabwassers
Strassenabwasser besteht nicht nur aus Regenwasser. Es enthält auch Kies, Sand und Abfall, beträchtliche Mengen an Rückständen aus dem Pneu- und Belagsabrieb sowie Schwermetalle. Ziel ist es, diese Stoffe aus dem Wasserkreislauf zu eliminieren. Da normale Kläranlagen zum Abbau dieser Stoffe nicht ausreichend ausgelegt sind, werden Strassenabwasser-behandlungsanlagen (SABAs) gebaut. Im Rahmen des Bypass Luzern sind drei neue Anlagen geplant – Rathausen, Verzweigung Rotsee und Grosshof-Kriens. Diese SABAs reinigen das Schmutzwasser der Autobahn auf ökologische Weise, bevor es in die umliegenden Gewässer fliesst.





